Berufseinstiegsbegleiter bringen Schüler auf den richtigen Kurs
Arbeitsagentur entsendet drei Berufseinstiegsbegleiter an vier Schulen in der Region: 40 Jugendliche sollen zum Erreichen des Schulabschlusses und dem Finden einer Lehrstelle an die Hand genommen werden.
Begleitet werden auf dem harten Weg noch oben, dass soll auch für Schüler möglich sein. „Insbesondere für Haupt- und Förderschüler, die keine Lehrstelle finden oder Gefahr laufen, ihren Abschluss nicht zu schaffen“, so die Leiterin der Weißenburger Agentur für Arbeit, Gisela Scherer. An den Hauptschulen in Weißenburg und Allersberg, der Treuchtlinger Senefelder-Schule, sowie am Förderzentrum Weißenburg-Gunzenhausen gibt es künftig Berufseinstiegsbegleiter, die in jeder Schule zehn Jugendlichen beim Start ins Berufsleben unter die Arme greifen.
Seit dem 1. Februar setzen die Arbeitsagenturen in ganz Deutschland insgesamt rund 1.000 solche Begleiter an Haupt- und Förderschulen ein. Für den Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen hat die hiesige Agentur zwei Vollzeitstellen geschaffen und dafür 300.000 Euro bereitgestellt. Das Pilotprojekt läuft über drei Jahre, während derer stets je zehn Schüler pro Schule unterstützt werden.
Die Einstiegsbegleitung endet nicht mit dem Schulabschluss. „Die Berater stehen den Jugendlichen noch während der Ausbildung bis zu zwei Jahre als Ansprechpartner zur Verfügung“, erläutert Gisela Scherer. Das Konzept des „Übergangsmanagements“ werde in Deutschland gerade erst zunehmend entdeckt. Die Ergebnisse seien aber „unerwartet gut.“
Ziel ist es, „präventiv vor der Entlassung mit sozialpädagogischer Unterstützung an den Schulen einzugreifen“, erläuterte Agenturchefin Gisela Scherer bei der Vorstellung des Projekts im Februar in Treuchtlingen. „Am Ende soll
eine Lehrstelle stehen.“
Das Klientel der Berufseinstiegsbegleiter sind leistungsschwache Jugendliche in den Abschluss- oder Vorabschlussklassen sowie Schüler, bei denen Migrationshintergrund oder persönliche Defizite den erfolgreichen Einstieg in den Beruf gefährden. Ihnen sollen die Sozialpädagogen bei der Suche nach Praktika helfen, die berufliche Orientierung erleichtern und Ratschläge bei der Bewerbung geben. Konkrete Nachhilfe ist ebenfalls möglich, soll aber laut Scherer der Ausnahmefall bleiben: „Das ist Sache der Schulen.“
Nicht selten aber sind Lehrer damit überfordert, ihren Schülern dann beim Eintritt ins Berufsleben zu helfen, oft schon wegen den zu großen Klassen. So ist das neue Projekt als Verzahnung zwischen Schule und Berufsfindung zu verstehen, erklären die Schulleiter fast wie aus einem Munde.
Berufseinstiegsbegleiter an der Hauptschule und dem Sonderpädagogischen Förderzentrum Weißenburg ist Jürgen Schuller vom Christlichen Jugenddorfwerk Nürnberg. Wöchentlich eine halbe Stunde will sich der Berufseinstiegsbegleiter zunächst Zeit nehmen, um seine Kandidaten kennen zu lernen um dann einen individuellen Begleitungs- und Förderplan für jeden Einzelnen zu entwerfen. „Ein Begleiter betreut 20 Schüler, das ist eine Chance, sich sehr intensiv mit den Jugendlichen auseinanderzusetzen“, so Jürgen Schuller.
Das Programm wende sich nicht an Schulversager, sondern an Kinder, die es einfach verdienen, dass man sie unterstützt. Davon habe die Schule auch die Eltern überzeugen können, und das Projekt habe sich mittlerweile so positiv herumgesprochen, dass es bereits eine längere Warteliste gebe. Auf ihr rücken Interessenten immer dann nach, wenn einer der zehn Teilnehmer eine Lehrstelle gefunden hat.
“Die Motivation bei den Schülern ist sehr hoch“, bekräftigt auch Schuller.