1900 Jugendliche mit und ohne Handicap erlebten in der vergangenen Woche fröhliche und friedliche 27. Musische Festtage des Christlichen Jugenddorfwerk Deutschlands e. V. (CJD die Chancengeber) in Zwickau. Bei Pop-Musik und Folklore, Tanz, Theater, Clownerie und Jonglage begegneten sich asthmakranke oder hochbegabte Schülerinnen und Schüler, Jugendliche aus Einrichtungen für Lern- und Körperbehinderte sowie Menschen mit Migrationshintergrund. Wir haben ganz tolle Musische Festtage in Zwickau erlebt, betonte Pfarrer Hartmut Hühnerbein, Sprecher des geschäftsführenden CJD Vorstands, bei der abschließenden Matinee am Sonntag: Alle sind mit ihren von Gott geschenkten Talenten und Gaben voll zum Zuge gekommen.
Den Auftakt der 27. Musischen Festtage bildete die Musicalgruppe sputnike <jungeKultur> aus dem CJD Nienburg. Mit ihrer aktuellen Musical-Produktion STOP, einem modernen Plädoyer gegen Fremdenfeindlichkeit, entfachten die jugendlichen Darsteller Begeisterungsstürme bei den Zuschauern und erhielten stehende Ovationen.
Ministerpräsident, Oberbürgermeisterin und Liedermacher als Schirmherren
Fünf Tage lang präsentierten die Teilnehmenden an mehreren Veranstaltungsorten in Zwickau insgesamt 150 Darbietungen in elf Sparten. Da gab es Rock- und Pop-Musik auf der Open-Air-Bühne auf dem Hauptmarkt, Volkstanz im Alten Gasometer, Artistik und Jonglage im Konzert- und Ballhaus Neue Welt sowie die Geistliche Abendmusik im Dom. In Zwickau wird Musik seit jeher groß geschrieben, betonte Oberbürgermeisterin Dr. Pia Findeiß, Schirmherrin der Musischen Festtage, beim offiziellen Empfang der Stadt. Die Musischen Festtage des CJD würden diese gute Tradition fortführen. Es ist eine gute Nachricht, dass 1900 Jugendliche aus dem CJD zum Musizieren nach Zwickau gekommen sind, so die Oberbürgermeisterin weiter. Künstlerischer Schirmherr der Musischen Festtage war der bekannte Liedermacher Gerhard Schöne, der mit einem Mitmach-Gottesdienst auch seinen Teil zum Programm der Festtage beitrug. Als ich gelesen habe, was für eine gute Arbeit das CJD leistet, hatte ich Lust, mitzumachen, erklärte Schöne seine Motivation. Als dritter Schirmherr der Festtage ließ Sachsens Ministerpräsident Stanislaw Tillich dem CJD und den jungen Menschen seine Grüße ausrichten: Macht weiter so, ihr seid auf einem guten Weg. Euch und dem ganzen CJD eine gute und gesegnete Zukunft.
Verleihung des Erich-Schneider-Preises
Ein weiterer Höhepunkt der diesjährigen Musischen Festtage war die erstmalige Verleihung des Erich-Schneider-Preises, benannt nach dem langjährigen Präsidenten des CJD sowie baden-württembergischen Landtagspräsidenten a. D. Erich Schneider. Mit diesem Preis werden junge Menschen aus dem CJD geehrt, die sich in besonderer Weise für die Begegnungen zwischen Menschen unterschiedlicher kultureller Herkunft und die gesellschaftliche Integration von Migranten einsetzen. Als erster Preisträger wurde der CJD Jugendmigrationsdienst Pirna für das Filmprojekt Du schwarz ich weiß ausgezeichnet. Sechs junge Mädchen mit und ohne Migrationshintergrund hatten sich bei diesem Filmprojekt kritisch und unter pädagogischer Begleitung mit dem Thema Migration und Vorurteile in der Stadt Pirna auseinandergesetzt. Erich Schneider bedankte sich beim CJD sowie bei den Preisträgern: Wir alle haben Verantwortung nicht nur für unser eigenes Leben, sondern auch für unsere Mitmenschen.
Die Musischen Festtage des CJD finden alle drei Jahre statt. Sie sind der Höhepunkt der Musischen Bildung im CJD, die seit mehr als 60 Jahren zur ganzheitlichen Bildung und Erziehung im CJD gehört - neben der Religionspädagogik, der Sport- und Gesundheitspädagogik sowie der Politischen Bildung. Die Musische Bildung dient der Persönlichkeitsentwicklung: Sie fördert das Entdecken der eigenen Person, stärkt das Selbstbewusstsein und vermittelt ein Stück Lebenskompetenz. Weitere Informationen im Internet unter www.cjd-musische-festage.de sowie unter www.cjd.de.