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Erzieher auf vier Pfoten

02.06.2017 CJD Nürnberg « zur Übersicht

Der Umgang mit Tieren kann bei Kindern einen großen Entwicklungsschub bewirken. Deshalb gibt es im Erzieherteam der Nürnberger Hans-Georg Karg Kindertagesstätte einen ganz besonderen Mitarbeiter auf vier Pfoten.

„Der ist so süß.“ Sophie lächelt den „Sonderpädagogen“ ihrer Kita an. Wenn Bruno, ein zwei Jahre alter Labrador, „im Dienst“ ist, freut sich Sophie auf den Kindergarten. Früher war die Fünfjährige sehr schüchtern und hatte kaum Kontakt zu den anderen Kindern. „Sophie ist durch Bruno offener geworden. Sie bekommt über den Hund Kontakt zu den anderen Kindern.“ Johanna Nohl, die die Kita-Gruppe von Sophie leitet, ist sehr zufrieden mit der Entwicklung des Mädchens. „Sie wurde dadurch stärker und traut sich jetzt auch, etwas zu sagen. Die Schüchternheit ist verschwunden.“

Die Idee zu dem Kindergarten-Hund hatte Christiane Raber. Sie arbeitet schon länger als Erzieherin für das Christliche Jugenddorfwerk Deutschlands, das mehrere Kindertagesstätten in Nürnberg unterhält: „Ich habe mit Bruno eine Ausbildung beim Therapiehund e.V. absolviert. Dabei kommt es vor allem auf die Stresstoleranz des Tieres an.“ Davon hat Bruno reichlich. Ganz entspannt schnüffelt er ein bisschen im Spielgarten der Kita herum, während Sophie und die anderen Kinder auf der Rutsche und im Sandkasten toben. Auch wenn Kinder zu ihm kommen, um ihn zu streicheln, bleibt er ganz entspannt. „Wir haben den Kindern gezeigt, wie sie mit dem Hund umgehen sollen“, erklärt Christiane Raber, „Sophie ist zu einer richtigen Bruno-Expertin geworden.“ Der Labrador ist jeden Tag im Einsatz. Mit den Kindern verbringt er täglich rund drei Stunden, dabei hat er aber natürlich auch seine Pausen. Dann liegt er gerne unter einem Schreibtisch und macht ein Nickerchen.

„Im Grunde ist es für Bruno wie in einer Familie, aber eben eine große Familie mit 60 Kindern“, erklärt Christiane Raber. „Der Hund erleichtert schwer zugänglichen Kindern die Kontaktaufnahme. Er wirkt als sozialer Katalysator.“ Die Einsatzmöglichkeiten für Bruno sind erstaunlich breit. Er stärkt die Entwicklung von Empathie, indem Kinder lernen, die Grenzen von anderen wahrzunehmen und zu respektieren. Bruno fördert die Kommunikationskompetenz und das Selbstbewusstsein, und er ist Teil von Sprachförderprogrammen. „Die Kinder lernen durch den Hund auf mehreren Ebenen“, so Christiane Raber. Die Karriereaussichten für Ilias Bruno Whoopi von der Wandelburg – so sein vollständiger Name - sind dank „Fortbildungsmaßnahmen“ bestens: Mittlerweile ist er nicht nur zertifizierter Therapiehund, er hat auch ein Zertifikat als sogenannter Lesehund und als Schulhund.